Tipps für Rat suchende

Wie Sie den passenden Zukunftsdeuter finden

Eigentlich spielt es keine Rolle, ob eine Kartenlegerin nun ihre vererbte Fähigkeit weiter gibt und 20 Jahre Erfahrung oder ob diese nun ein Seminar besucht hat und quasi ein Frischling ist.

Grundvoraussetzung sollte sein, dass Sie nicht schon im Vorwege ausgefragt werden. Es sei denn, Sie wollen dass die Kartenlegerin gleich in Ihre Story eintaucht. Die Gefahr bei Vorab-Informationen ist die, dass das Unterbewusstsein der Zukunftsdeuterin bei den Aussagen mitschwingt und eine Interpretation zu Ihren Gunsten „gebogen“ wird.

Wenn Sie zum Beispiel fragen, ob Ihr Ex wieder kommt, dann hat die Kartenlegerin die Möglichkeit einer 50:50-Aussage. Es bleibt so kein Raum für eine – möglicherweise komplett andere Deutung. Und da Sie wahrscheinlich Liebeskummer haben, wird sie wahrscheinlich die von Ihnen gewünschte Aussage in den Karten suchen, „finden“ und an Sie weiter geben.

Wir können wetten – die Kartenlegerin wird „natürlich“ sehen, dass der Ex bald wieder auf Sie zukommt! Damit Sie eine ehrliche und konkrete Antwort erhalten, sollten Sie sich nicht vorher ausfragen lassen. Viele Kartenleger können nämlich gar nicht in die Zukunft schauen, wenn sie nicht wissen, was Sie hören wollen. Tja, und dann erhalten Sie eine 50:50-Aussage, weil die Kartenlegerin nach Ihren Angaben abwägen kann, ob Sie tatsächlich mit Ihrem Ex wieder zusammen kommen. Da können Sie dann auch (gratis) Ihre beste Freundin fragen.

Das „Vorab-Ausfragen“ kann ganz subtil vor sich gehen, da wird gefragt, welchen „Familienstand“ Sie haben oder wie „er“ heißt, bzw. ob es sich dabei um eine „konkrete“ Person handelt, weil dann könne man ja direkt auf die Person legen, was eigentlich nicht möglich ist, denn in fast jedem Kartenbild zeigt sich die geliebte Person in einem anderen Gewand!

Allerdings kann man mit einem weiteren Kartenbild versuchen die von Ihnen geliebte Person ein zu grenzen. Ausnahme: Tarot – zumindest nach den Angaben von Hajo Banzhaf (www.tarot.de). Hier wird eine konkrete Fragestellung benötigt, damit die Karten keinen Unsinn von sich geben.

Ich habe aber auch schon erlebt, dass es Tarot-Kartenleger gibt, die keine Informationen benötigen. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, ob die Aussagen nun stimmten oder nicht. Wer keine Vorab-Infos benötigt ist offen, kreativ und hat eine hohe Auffassungsgabe. In diesem Fall muss dich derjenige nämlich komplett auf das Kartenbild einstellen (und ist geübt darin).

Vorausgesetzt Sie sind offen für eine – vielleicht – negative Mitteilung…

Nicht drängeln oder dicht machen, offen sein!

Es ist für eine Kartenlegerin schwer, wenn Sie sie zu einer Aussage drängeln: „kann ich mir nicht vorstellen“ oder „gucken Sie noch einmal genau nach“ oder „andere Kartenleger sehen das ganz anders“ oder „kann es nicht sein, dass der Mann, den Sie mir beschrieben haben, nicht doch der Ex ist, der ist nämlich auch jünger“ oder „legen Sie doch bitte mal auf ihn“. Natürlich kann sich eine Kartenegerin irren, sind ja auch alles nur Menschen. Wenn Sie sie aber zu einer bestimmten Aussage drängeln, provozieren Sie damit, dass Sie angelogen werden, denn das ist ja das, was Sie scheinbar wollen.

Sie verdrängen damit die Wahrheit. Eine Kartenlegerin wird sich dann irgendwann geschlagen geben und bietet keinen Widerstand mehr oder wird Ihnen eine Hintertür offen halten, so dass die Möglichkeit besteht, dass der Ex wieder kommen könnte. Seien Sie offen für Aussagen und vermerken Sie die Personen- und Sachbeschreibungen ganz einfach im Hinterstübchen. Eine gute Kartenlegerin kann sehr gut Situationen und Personen erfassen und legen Sie sie nicht auf bestimmte Personen und Ereignisse fest. So erhalten Sie eine komplett manipulationsfreie Interpretation.

Machen Sie aber bitte auch nicht dicht! Nichts ist demotivierender, wenn die Kartenlegerin quasi mit sich alleine spricht. Da fehlen dann die entsprechenden Energien für einen ausbauenden Dialog. Hier kann eine Kartenlegerin nur scheitern.

Suchtgefahr

Es hat sich wohl schon herum gesprochen: Kartenlegen lassen macht süchtig! Und zwar schneller als Sie denken! Man kann schon beim ersten Anruf „angefixt“ sein.

Das geht so: Sie haben Liebeskummer und rufen bei einer Kartenlegerin an. Diese sagt, „alles wird gut!“ Prima, denken Sie, lassen das auf sich wirken. Trotzdem brauchen Sie – vorsichtshalber – eine Bestätigung. Sie rufen dann bei einer anderen Kartenlegerin an. Diese sagt Ihnen, „das wird nichts mehr!“ Sie sind nun unsicher und rufen eine weitere Kartenlegerin an. Die bescheinigt die Aussage der ersten Kartenlegerin und Sie sind – vorerst – beruhigt. Dann vergeht eine Zeit, in der sich nichts tut. Sie werden ungeduldig. Sie rufen dann wieder bei der ersten oder einer weiteren Kartenlegerin an. Wieder nach dem Motto: „der kommt wieder!“. Prima, Sie sind beruhigt. Aber nicht für lange, denn es tut sich nichts, Sie sind ungeduldig und auf das Happy End, welches sich nicht einstellen will, fixiert. Die Zeitabstände, in denen Sie scheinbar beruhigt sind, verkürzen sich.

So wie bei jedem Abhängigen.

Beispiel Trunksucht. Man ist ja nicht gleich beim ersten Bier abhängig. Kommt aber noch hinzu, dass man Kummer oder keine Perspektive hat, dann trinkt man mehr und häufiger, weil man sich ablenken und verdrängen will und irgendwann ist es dann passiert – man ist süchtig. Der Übergang zur Sucht ist schleichend eingekehrt. Und man steht morgens mit einem Tattern auf, der Körper ist auf Entzug, das wird nicht verkraftet und so greift man schnell wieder zur Flasche.

In unserem Fall wird man unruhig und greift zum Hörer. Irgendwann hat man wirklich alle Lines rauf und runter telefoniert und ist genau so schlau wie vorher (und um einiges ärmer)! Immer auf der Suche nach dem ultimativem Kartenleger und hierbei fällt man gerne auf Titel wie „mit exakten Zeitangaben“, „der Blick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, „langjährige und vererbte Fähigkeiten (wobei das meistens gelogen ist, denn viele Kartenlegerinnen fangen mit dem Kartenlegen an, weil a) die Kartenlegerin gesagt hat, man hat mediale Fähigkeiten – hier findet eine Projektion der Kartenlegerin statt und b) weil man pleite ist und sich so das Geld was man fürs Telefonieren heraus geworfen hat, wieder herein holen will. Was die können, kann ich schon lange, denn der Rat suchende fühlt sich nämlich am Ende, wenn die Prognosen nicht eingetroffen sind, auf den Arm genommen.

Ausnahmen sind natürlich, wenn Sie in einer großen emotionalen Krise stecken und der Kartenleger Sie mit Prognosen, Ratschlägen und dem ganz banalen Zuhören versucht Sie wieder auf Vordermann zu bringen. Wenn Sie das eine ganze Weile brauchen, weil keine Freundin, kein Familienmitglied mehr auf Ihre Problematik eingehen will und es Ihnen peinlich ist, bei einer Kartenlegerin brauchen Sie sich nicht zu schämen…. und irgendwann ist der Kummer überwunden und Sie können Ihren Weg wieder alleine gehen.

Wie Sie die Sucht in den Griff bekommen

Sie sollten sich 2 – 3 Lieblingskartenlegerinnen aussuchen und sich einen Zeitplan erstellen, wann Sie diese anrufen „dürfen“. Schreiben Sie vorher Ihre Fragen auf und machen sich während des Gesprächs Notizen. Letzteres ist wichtig, wenn Sie wieder unruhig sind und vergessen haben, was die Kartenlegerin eigentlich noch gesagt hat. Lesen Sie dann einfach immer wieder die Aussage nach. Es lohnt sich – für Ihre Seele und für Ihr Portemonnaie.

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